Time Lapse ist ein sehr faszinierender Bereich in der Fotografie, der uns erstaunliche Einblicke in langsame Bewegungsabläufe gewährt. Wie es funktioniert und was ihr dazu benötigt, erfahrt ihr hier.

Definition

Time Lapse (auch Zeitraffer genannt) ist eine filmische Methode um Langzeitaufnahmen von Bewegungsabläufen zu beschleunigen. Konkret heißt das, wenn die Bildfrequenz im Verhältnis zur Abspielfrequenz herabgesetzt wird, erscheint der Vorgang schneller, wenn die Aufnahmen mit normaler Geschwindigkeit abgespielt werden.

Auf diese Weise werden Abläufe für das menschliche Auge sichtbar, die wir sonst aufgrund ihrer Langsamkeit in Echtzeit nicht oder nur schwer wahrnehmen können. Beispiele dafür sind das Erblühen von Pflanzen oder das Vorbeiziehen von Wolken am Himmel.

Auf jeden Fall sind Time Lapse Aufnahmen unheimlich interessant anzuschauen! Ein Grund mehr, sich einmal damit auseinanderzusetzen. Denn eigentlich ist es gar nicht schwierig so ein Zeitraffer zu erstellen. Ihr werdet staunen, welche wunderbaren Welten sich euch eröffnen werden!

Was brauche ich?

Als allererstes benötigt ihr Zeit! Für ein ca. 10 Sekunden Time Lapse solltet ihr etwa 20 bis 30 Minuten Aufnahmezeit einplanen. Für eine flüssige Wiedergabe sind mindestens 24 Bilder pro Sekunde notwendig. Dementsprechend könnt ihr euch die Bildanzahl ausrechnen.

Für eine flüssige Wiedergabe sind 24 Bilder pro Sekunde notwendig.

Dann braucht ihr natürlich ein interessantes Motiv. Ein Wolkenhimmel z.B. bietet sich für den Anfang immer an. Aber auch eine belebte Straße oder alles was sich irgendwie bewegt. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Kommen wir zur Kamera: diese sollte Intervallaufnahmen machen können. Heißt, kontinuierliche Aufnahmen in einem festen Zeitabstand. Zum Beispiel alle drei Sekunden ein Foto. Hat eure Kamera solch eine Funktion nicht, könnt ihr auf einen Timer zurückgreifen. Dieser funktioniert wie ein Fernauslöser, nur dass ihr vorher den Intervall und die Dauer festlegt. Habt ihr das alles nicht, könnt ihr immer noch manuell die Kamera auslösen. Das ist etwas umständlich, funktioniert zur Not aber auch.

Um die Datenflut hinterher besser zu handeln, bietet es sich an, die Dateigröße der Fotos etwas zu reduzieren. Es ist eigentlich nicht notwendig im RAW-Format zu fotografieren. JPEG ist völlig ausreichend. Aber das ist natürlich immer abhängig von eurem Speichermedium und dem Ergebnis, das ihr erzielen wollt. Hier kann jeder selbst entscheiden.

Für Time Lapse Aufnahmen ist ein Stativ unverzichtbar!

Zu guter Letzt benötigt ihr natürlich ein Stativ, denn alle Bildausschnitte müssen exakt gleich sein, damit das Time Lapse hinterher gut aussieht. Ein kleiner Verwackler würde sich sofort bemerkbar machen.

Los geht’s

  • Grob kann man sagen, dass Fotos in einem zwei bis fünf Sekunden Abstand ein gutes Time Lapse ergeben. Die Zeitabstände sind allerdings abhängig von eurem Motiv. Fotografiert ihr schnelle Objekte (z.B. Menschen) nehmt einen eher kurzen Abstand. Bei langsamen Objekten (z.B. Wolken) reicht ein etwas größerer Zeitabstand. Fotografiert ihr bei Nacht mit längeren Belichtungszeiten, müsst ihr diese natürlich in den Zeitabstand mit einberechnen. Das ist vor allem bei programmierbaren Timern wichtig.
  • Bei gleichbleibenden Lichtverhältnissen bietet sich der manuelle Modus an. Macht vorher ein paar Probebelichtungen, um die richtigen Einstellungen zu finden.
  • Verändert sich die Lichtstimmung stark, beispielsweise bei einem Sonnenuntergang, macht es Sinn die Belichtung im Laufe der Aufnahmen anzupassen. Und zwar am besten über die Zeit oder den ISO Wert. Nehmt dafür den Modus Blendenpriorität.
  • Den Weißabgleich solltet ihr manuell einstellen, da sich zwischendurch die Lichtsituation verändern kann und die Kamera die Einstellung ansonsten entsprechend anpassen würde. Und ihr wollt ja eine konstante Lichtstimmung behalten.
  • Habt ihr eurer Motiv scharf gestellt, ist es ratsam den Autofokus abzustellen, damit dieser bei bewegten Objekten nicht nachfokussiert.
  • Zu guter Letzt achtet darauf, dass der Kameraakku voll ist. Benutzt eventuell einen Batteriegriff oder ein Netzteil. Gerade bei kalten Temperaturen können die Akkus schnell leer sein.

Habt ihr also alles aufgebaut und die Kamera eingerichtet, kann es losgehen. Auslöser drücken, zurücklehnen und die Kamera ihren Job machen lassen. Achtet darauf, dass Stativ und Kamera geschützt stehen und es während der Aufnahmezeit nicht zu Verwacklungen oder Störungen kommt. Nichts ist ärgerlicher, als mittendrin abzubrechen und neu anzufangen.

Nachbearbeitung

Um aus den Aufnahmen schließlich den Zeitraffer zu erstellen, benötigt ihr eine entsprechende Software. Neben kostenpflichtigen professionellen Programmen gibt es inzwischen auch eine Vielzahl an kostenlosen Tools, die hervorragende Ergebnisse erbringen.

Unsere Time Lapses wurden mit dem sehr schlicht gehaltenen Programm „Zeitraffer“ (für Mac) erstellt. Fotos einladen, exportieren, fertig. Wenn ihr euch ein wenig im Netz umschaut, werdet ihr sicher sehr schnell fündig werden und das passende Programm für euch finden.

Wir hoffen, wir konnten euch einen kleinen Einblick in diesen spannenden Bereich der Fotografie geben. Mit ein wenig Zeitaufwand und etwas Nachbearbeitung lassen sich wirklich tolle Aufnahmen erstellen, die immer wieder aufs Neue schön anzusehen sind!

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