Rote und weiße Lichtstreifen auf der Autobahn, neblige Wasserfälle oder ein Himmel voller Sternschnuppen – die Langzeitbelichtung ermöglicht viele faszinierende Bilder. Was Langzeitbelichtung ist und hilfreiche Tipps dazu erläutern wir euch in diesem Beitrag.

Was ist Langzeitbelichtung?

Fotos die durch Langzeitbelichtung entstanden sind, wirken oft mystisch und neblig. Das liegt daran, dass die Kamera über mehrere Sekunden oder Minuten ein Motiv aufnimmt. Bewegungen verwischen auf diese Weise. Objekte die sich mit einer gewissen Geschwindigkeit durch das Bild bewegen, können je nach Einstellung der Kamera sogar ganz verschwinden.

Möwen

Bewegungsunschärfe wird als gestalterisches Mittel genutzt und lässt fantastische Bilder entstehen. So entstehen Nachtaufnahmen von Straßen, auf denen man keine Autos erkennen kann, aber das Licht der Scheinwerfer als langgezogene Linien zu sehen sind. Bei Aufnahmen eines klaren Sternenhimmels mit einer Belichtungszeit von mehreren Minuten können die Sterne als Striche oder Sternschnuppen erscheinen.

Zu Beginn der Fotografie waren lange Belichtungszeiten notwendig, da damals die Lichtempfindlichkeit des Fotomaterials noch sehr gering war. Bei langen Belichtungszeiten gelangt mehr Licht auf den Film bzw. heutzutage auf den Sensor. Deshalb war diese Technik früher obligatorisch.

Funkturm

Heutzutage haben wir es aufgrund des technischen Fortschritts einfacher, trotzdem ist weit mehr als nur eine ruhige Hand notwendig um Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten zu realisieren. Ohne ein Stativ kann der gewählte Ausschnitt nicht gehalten werden und das Bild wird unscharf.

Fotos die mittels Langzeitbelichtung aufgenommen werden, zeigen einen längeren Zeitausschnitt desselben Motivs. Über mehrere Minuten oder Stunden kann man eine Kamera natürlich nicht ruhig genug in der Hand halten, um wirklich gelungene Bilder zu erhalten.

Berlin

Voraussetzungen und Ausrüstung

Um sich für Aufnahmen mit Langzeitbelichtung auszurüsten ist nicht all zu viel nötig:

  • Eine Kamera mit manuellen Belichtungseinstellungen wird definitiv benötigt. Neuere Kompaktkameras ermöglichen Langzeitbelichtungen über den Nachtmodus.
  • Um die Kamera über mehrere Sekunden, Minuten oder auch Stunden entsprechend ruhig und stabil zu halten, ist ein Stativ unverzichtbar!
  • Empfehlenswert ist außerdem ein Fernauslöser. Bei längeren Belichtungszeiten ist bereits die kleinste Erschütterung schlecht für die Aufnahme. Allein das Drücken des Auslösers kann solche Verwacklungen verursachen.
  • Bei Langzeitbelichtungen am Tage, benötigt ihr einen Graufilter. Dieser sorgt dafür, dass weniger Licht durch das Objektiv dringt und ihr längere Zeiten wählen könnt. Ohne Filter wären Langzeitbelichtung tagsüber hoffnungslos überbelichtet.

Ihr könnt im manuellen Modus exakt die Belichtungszeit eingeben, die ihr benötigt. Oft gibt es Voreinstellungen von bis zu mehreren Minuten. Solltet ihr aber eine undefinierte Zeit lang belichten wollen, dann findet ihr im Kameramenü die Einstellung Bulb. Mit dieser Einstellung wird ein Bild so lange aufgenommen wie ihr den Auslöser gedrückt haltet.

Ostsee

Tipps

  • Haltet bei euren Aufnahmen die ISO-Zahl gering um bessere Ergebnisse zu erzielen und Bildrauschen zu vermeiden.
  • Bei Aufnahmen mit Langzeitbelichtung werden die kleinsten Flecken oder Staubpartikel auf dem Sensor sichtbar. Denkt daran Objektiv, Sensor und Filter sauber zu halten, um nicht im Nachhinein am Rechner alles bearbeiten zu müssen.
  • Wichtig bei Objektiven mit automatischem Bildstabilisator ist es diesen abzustellen. Befindet sich die Kamera auf einen Stativ und steht ruhig, würde der Stabilisator trotzdem weiterhin versuchen (nicht vorhandene) Verwacklungen auszugleichen. Das Ergebnis sind unscharfe Fotos, trotz Stativ.
  • Seit ihr mit euren Ergebnissen immer noch nicht zufrieden, lohnt es sich die Spiegelvorauslösung in der Kamera einzustellen. (Das betrifft Spiegelreflexkamera. Lest dazu am besten im Handbuch eurer Kamera nach, ob diese Funktion unterstützt wird.) Denn selbst das Hochklappen des Spiegels kann kleinste Erschütterungen verursachen die sich negativ auf das Foto auswirken.

Genau wie bei der Makrofotografie kann auch das Fotografieren mit Langzeitbelichtung süchtig machen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Ausprobieren und freuen uns natürlich über Bilder oder Motivvorschläge in den Kommentaren.

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