Die Motivwelt der Makrofotografie ist scheinbar unerschöpflich. Was ist aber so interessant daran, kleine Dinge groß abzubilden und was ist dazu nötig? Wir möchten euch eine kleine Einführung in die Makrofotografie geben und Neulingen oder Einsteigern die Begrifflichkeiten zu diesem Thema erläutern.

Worum geht es?

Stellt euch jetzt bitte nicht riesige Teleobjektive vor, wie sie Paparazzi mit sich schleppen.  Wir meinen genau das Gegenteil. In der Makrofotografie darf der Fotograf sogar sehr nah an sein Motiv heran.

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Laut allgemeiner Definition ist Makrofotografie die Abbildung von Objekten in einem Maßstab 10:1 bis 1:10 (siehe DIN-Norm 19040). Bei dieser Form der Fotografie konzentriert sich der Fotograf auf die kleinen Details, die oftmals gar nicht mit bloßem Auge gesehen werden. Die interessanten Kleinigkeiten z.B. aus der Tier- oder Pflanzenwelt bieten einen riesigen Fundus an Motiven. Es ist spannend und sehr interessant die Details der Welt um sich herum zu entdecken. Makrofotografie kann sprichwörtlich süchtig machen.

Ihr stellt euch jetzt sicherlich die Frage: Wie kann ich das auch machen? Sieht man sich Bilder an, wird man neugierig auf die neuentdeckte Perspektive und möchte am liebsten direkt loslegen. Doch so einfach ist das nicht. Ihr könnt nicht einfach eure Kamera nehmen, nah an ein Objekt herantreten und zu solch detailreichen Bildern gelangen. Hierzu braucht ihr die entsprechende Ausrüstung.

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Welche Kamera ist die richtige?

Bei der Wahl der Kamera ist letzten Endes eine Sache überaus wichtig: das Sucherbild. Entspricht das Sucherbild der tatsächlichen Aufnahme, dann ist die Kamera geeignet. Ist das nicht der Fall und weicht das Sucherbild vom tatsächlich aufgenommen Bild ab oder hat es eine andere Perspektive, dann ist es nicht möglich den entsprechenden Bildausschnitt gut genug zu bestimmen und die nötigen Einstellungen vorzunehmen.

Wir sprechen hier von winzig kleinen Motiven, da wirken sich kleinste Abweichungen schon enorm auf das Bild aus. Meistens werden deshalb zur Makrofotografie und zur Lösung des genannten Problems Spiegelreflexkameras verwendet.

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Was noch?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten Makroaufnahmen zu realisieren. Je nach Anspruch und Budget findet man das nötige Werkzeug, um die kleine Welt aufzunehmen. Wir möchten euch an dieser Stelle kurz fünf Möglichkeiten vorstellen, um einen Überblick zu geben:

  • Ein Balgengerät besteht aus zwei beweglichen Standarten, die jeweils am Kameragehäuse und am Objektiv befestigt und durch einen lichtdichten Balgen verbunden sind. Auf diese Weise ist eine stufenlose Verstellung des Auszugs möglich. Der Nachteil am Balgengerät ist, dass es nicht ganz so handlich ist.
  • Zwischenringe werden zwischen das Objektiv und die Kamera gesetzt und enthalten keine optischen Elemente wie z.B. Linsen. Sie bieten einfach einen weiteren Auszug. Durch den größeren Abbildungsmaßstab wird das Motiv entsprechend größer abgebildet. Man kann also sagen, je breiter ein Ring ist, desto stärker ist die vergrößernde Wirkung. Ein Zwischenring kann aber eher nur bei geringfügiger Erhöhung des Abbildungsmaßstabes eingesetzt werden.
  • Bei der Retrostellung, die wahrscheinlich die kostengünstige Variante ist, wird ein Umkehrring (oder auch Retro-Adapterring) an das Filtergewinde des Objektivs geschraubt und dann am Kamera-Body (Bajonett) befestigt. So wird das Objektiv in umgekehrter Stellung auf die Kamera gesetzt und fungiert als Lupe. Die hintere Linse blickt nun in die Richtung des Motivs. Der große Nachteil bei dieser Lösung ist, dass die empfindliche Mechanik der Objektivrückseite komplett frei liegt. Die Ergenbisse allerdings können sich absolut sehen lassen und machen so manchem Makroobjektiv Konkurrenz.
  • Nahlinsen werden in das Filtergewinde des Objektivs eingeschraubt. Ihre Stärke wird in Dioptrien gemessen und sie verlängern auf andere Weise den Auszug, als die oben genannten Hilfsmittel. Durch Nahlinsen wird die tatsächliche Brennweite des Objektivs verkürzt. Ein Abbildungsmaßstab von bis zu 1:4 kann mit Nahlinsen in guter Qualität gelingen.
  • Makroobjektive sind in der Regel größer und schwerer als „normale“ Objektive. In ihrem Inneren befinden sich mehrere Linsengruppen, die beim Fokussieren die Abstände zueinander ändern, auch Floating Elements genannt. Hersteller produzieren meist Makroobjektive mit Brennweiten zwischen ca. 60 – 180 mm. Diese speziellen Objektive liefern natürlich eine tolle Abbildungsleistung und verfügen je nach Hersteller und Modell über z.B. Autofokus oder einen Bildstabilisator. Dementsprechend kostenaufwändiger sind sie dadurch allerdings.

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Warum braucht ihr ein Stativ?

Generell sollte man bei der Makrofotografie nicht auf ein Stativ und auf Fernauslösung verzichten. Nur diese Hilfsmittel ermöglichen eine verwacklungsfreie Aufnahme. Die Fokussierung kann viel genauer erfolgen und die Nutzung einer niedrigeren ISO-Empfindlichkeit ist möglich. Ganz simpel gesagt: Die Kamera wird durch ein Stativ stabilisiert und beugt möglichen Erschütterungen vor.

Makrofotografie benötigt viel Licht und wird deshalb auch als „Schönwetterhobby“ bezeichnet. Also geht raus und tobt euch mit eurer Kamera und eurem Stativ aus.

Wir können euch die Makrofotografie nur ans Herz legen. Sie eröffnet euch eine kleine, neue und interessante Welt, die so motivreich ist, dass man einfach nicht genug Bilder machen kann.

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